21. März 2023

Mitgliederversammlung am 14.3. – Auszeichnung für Züchter des Jahres

Nationale und internationale Erfolge stehen bei der Bilanz des PZV Verden im Mittelpunkt. Bei der Versammlung der Pferdezüchter wurden auch die Züchter des Jahres 2022 ausgezeichnet.

 

Wenn der anno 1921 gegründete Pferdezuchtverein (PZV) Verden turnusmäßig Bilanz zieht, kommt es durchaus vor, dass auch Erfolge von Mitgliedern gewürdigt werden, die nicht in der Reiterstadt oder der Region wohnen, gleichwohl einen engen Bezug dazu haben. So verhält es sich etwa bei Susanne und Jürgen Beck. Das Ehepaar ist in Stuttgart zu Hause, widmet sich der Pferdezucht aber seit langem auf dem Clüverhof in Langwedel-Völkersen. Zur Hauptversammlung im Hotel Niedersachsenhof konnten die Becks nun zwar nicht anreisen, aber über die ihnen gemeinsam zugedachte Auszeichnung, „Züchter des Jahres 2022“, freuten sie sich auch im fernen Baden-Württemberg.

 

Jürgen Beck, der frühere langjährige Vorsitzende des traditionsreichen Stuttgarter Reit- und Fahrvereins, und Ehefrau Susanne haben sich schon vielfach als Züchter von Dressur- und Springpferden hervorgetan. Fünf sind aktuell bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) als sportlich erfolgreich registriert. Aus ihrer in Völkersen angesiedelten Zucht stammt auch der inzwischen 19-jährige hannoversche Dressurstar Danilo v. De Niro, der unter der Amerikanerin Shelly Francis von 2013 bis 2021 auf den bedeutenden internationalen Turnierplätzen Siege und Platzierungen sammelte. So zum Beispiel beim Weltcup-Finale 2018 in Paris sowie im Frühjahr 2021 in Ocala/ Florida, wo mit dem Triumph in der Grand Prix-Kür ein glänzender Schlusspunkt unter Danilos Karriere gelang.

 

Hervorragende Leistungen von PZV-Pferden tauchten im Jahresrückblick des Vorsitzenden Jörg Clasen (Blender-Hiddestorf) noch häufiger auf. In der Aufzählung durfte auch erneut der 2010 auf dem Stubbenhof in Etelsen geborene Baloutinue v. Balou de Rouet nicht fehlen. Der braune Wallach aus der Zucht von Heiner Meyer (1955 – 2019) gehörte unter Laura Kraut zur US-Springequipe, die 2021 in Tokio Olympia-Silber holte. Seither hat das Paar noch so manchen Parcours gemeistert, jüngst erst wieder beim Winter Equestrian Festival in Wellington.

 

CODEX 28 MACHT SICH EINEN NAMEN

Dort hat auch der zehnjährige Codex 28 v. Contendros, gezogen von der Familie Luttmann in Klein Heins, mit dem der Marburger Richard Vogel im Sattel mal wieder von sich reden machte. High Five v. Hickstedt (Züchter Marc Hahne, Kirchlinteln) hat im vergangenen Dezember in Verden unter Jessica Freye das Hannoveraner Masters der Sechsjährigen gewonnen. Dressurlorbeeren gab es unter anderem für Adrenalin 12 v. Weltregent (Baumgart GbR, Döhlbergen) und Luke Skywalker v. LT (Stephanie Heemke-Wischer, Kirchlinteln). Als Geländepferde von Format erwiesen sich Sniper v. Sevorga (Jan Lührs-Behnke, Verden-Borstel) und Chin Tonic v. Contendro (Wolfgang Lutz, Völkersen).

 

„Highlights“ in der Vermarktung von Pferden sparte der seit 20 Jahren amtierende Vorsitzende nicht aus. Die siebenjährige Stute v. Darshan/ Carry Gold aus der Zucht von Arne und Heinrich Clüver wechselte auf der 17. internationalen Springpferdeauktion von „Holger Hetzel Horses“ (Goch) für 550.000 Euro den Besitzer. Züchterin Silvia Zeyn hatte bei der Herbstauktion auf dem Klosterhof Medingen „einen Lauf“. Sie stellte das mit 75.000 Euro bezahlte Spitzenfohlen, einen Danone-Sprössling, sowie mit einem ebenso vielversprechenden Damaschino-Nachkommen auch noch das zweitteuerste Fohlen des Tages (36.000 Euro).

 

VERANSTALTUNGSPLÄNE DURCHKREUZT

Apropos Fohlen: Die beliebte Fohlenrundfahrt, eine kleine Tournee über verschiedene Züchterhöfe, klang im vergangenen Juni mit einem Event aus, das eigentlich schon früher fällig gewesen wäre: pünktlich zum 100-jährigen Bestehen des PZV 2021. Doch die Corona-Pandemie hat auch die Veranstaltungspläne der Pferdezüchter manches Mal durchkreuzt. Dies tat der Stimmung bei der verspäteten Feier auf dem Clasen-Hof in Hiddestorf aber letztlich keinen Abbruch.

Die Nachwuchsschulung hat im derzeit rund 220 Mitglieder zählenden PZV seit jeher einen hohen Stellenwert. Unter der Leitung von Bettina Baumgart und Lisa Kurtz waren die Jungzüchter wieder reichlich auf Trab, nahmen an diversen Trainingskursen teil, besuchten das Deutsche Pferdemuseum, die Dependance von „Helgstrand Dresssage“ in Syke und zeigten sich auch bei Wettkämpfen topfit. So traten die PZV-Teams erfolgreich bei den Bezirkswettkämpfen in Tarmstedt und beim großen Jungzüchter-Finale in Verden auf.

 

SPRINGSPORT-ASS IM VORSTAND

Zum neuen zweiten Vorsitzenden des Vereins  wurde einstimmig Heinrich Luttmann gewählt. Der Pferdewirtschaftsmeister und Springpferdezüchter trat die Nachfolge von Marc Hahne an. Gast des Abends war Hergen Forkert (Bremen). Er gehört dem Präsidium des Hannoveraner Verbandes an und ist in dem Gremium für den Bereich Springen zuständig. Forkert, selbst ein Ass im Springsport, berichtete über die Arbeit des speziellen Zuchtausschusses, der seit der 2021 erfolgten Strukturreform des Verbandes schon einiges auf den Weg gebracht hat und weiterhin fleißig Ideen für die Zukunft entwickelt. Der Fokus liege auf der Verbesserung der Qualität der Springpferde. Seine Ausführungen führten zu einer, wie es hieß, „lebhaften Diskussion“ unter den versammelten Experten.

(Artikel von A Siepmann / Verdener Nachrichten)

 

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